Zwei Jahre Arbeitskreis „Junge Sicherheitspolitiker“: Christian Klein im Interview

Montag, 27. März 2017

Der Arbeitskreis „Junge Sicherheitspolitiker“ an der BAKS bietet jungen Führungskräften fachlichen Austausch und interdisziplinäre Vernetzung. Im Interview zieht der Mitgründer und Vorsitzende des Arbeitskreises Christian Klein eine erste Bilanz des Engagements.

Mitglieder des Arbeitskreises Junge Sicherheitspolitiker im historischen Saal der BAKS

Der Arbeitskreis, hier bei einer Klausurtagung Anfang 2016, vereint junge Führungskräfte aus Politik, Wissenschaft, öffentlicher Verwaltung, Kirchen und Sicherheitsbehörden. Foto: BAKS

Vor zwei Jahren wurde der Arbeitskreis „Junge Sicherheitspolitiker“ an der BAKS gegründet. Wozu gibt es diesen Arbeitskreis?

Christian Klein: Die „Jungen Sicherheitspolitiker“ sind ein Gemeinschaftsprojekt der BAKS und des Freundeskreises der Bundesakademie. Die Idee dazu entstand aufgrund des Wunsches, dass die BAKS auch ein Angebot an eine jüngere Altersgruppe machen sollte. Zwischen der Gruppe der Studierenden, welche die BAKS im Rahmen eines Praktikums kennenlernen, und der Gruppe der Seminarteilnehmer, welche beruflich und im Lebensalter oftmals schon weiter fortgeschritten sind, klaffte eine Lücke. Zielgruppe für die „Jungen Sicherheitspolitiker“ sind daher Berufstätige im Alter von Ende 20 bis Mitte 30. Die Ziele des Arbeitskreises sind eng an zwei Arbeitsaufträge der BAKS angelehnt: Die Vernetzung in der sicherheitspolitischen Community zu fördern und das Verständnis für den „vernetzten Ansatz“ zu vermitteln.

Portraitbild von Christian Kleine, Koordinator Arbeitskreis Junge Sicherheitspolitiker der BAKS

Christian Klein ist seit der Gründung im April 2015 Vorsitzender des Arbeitskreises "Junge Sicherheitspolitiker". Foto: privat.


Wie sieht diese Förderung in der Praxis aus?

Christian Klein: Konkret treffen sich die „Jungen Sicherheitspolitiker“ zu Hintergrundgesprächen mit Experten und Entscheidungsträgern aus dem sicherheitspolitischen Umfeld. Dem Arbeitskreis wird zudem ein Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Seminare und Fachveranstaltungen an der Bundesakademie ermöglicht. Solche Partizipationsmöglichkeiten sind besonders in den ersten zwei bis drei Jahren im Beruf besonders wertvoll. Dadurch wird der Aufbau eines breiten fachlichen Netzwerkes gefördert, was meines Erachtens sehr hilfreich für den weiteren beruflichen Werdegang ist. Durch die Gründung des Arbeitskreises wurde im Bereich der Sicherheitspolitik somit eine Lücke geschlossen.

Was hat Sie seit der Gründung des Arbeitskreises vor zwei Jahren besonders überrascht?

Christian Klein: Dass die Idee des Arbeitskreises so positiv aufgenommen wurde. Die vielen sehr guten Bewerberinnen und Bewerber, die sich 2015 für den Arbeitskreis beworben haben, die haben mich überrascht. Da fiel die Auswahl der Gründungs-Crew nicht leicht. Dazu muss ich auch sagen, dass wir uns bei der Auswahl der Mitglieder sehr viel Mühe geben, da die Anzahl der „Jungen Sicherheitspolitiker“ unter 30 Personen bleiben soll. Nur so kann eine vertiefte Vernetzung der Mitglieder untereinander gewährleistet werden und sich ein Crew-Geist entwickeln.

Gruppenfoto der \"Jungen Sicherheitspolitiker\" der BAKS im Treppenhaus des Bendlerblocks im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin

Im Zentrum steht der direkte Austausch mit Entscheidungsträgern, wie hier mit Staatssekretär Gerd Hoofe (Mitte) im Verteidigungsministerium. Foto: BAKS

Zudem ist es bei einer solchen Gruppengröße einfacher, hochrangige Gesprächspartner für Hintergrundgespräche zu gewinnen. Das Interesse an  dem Arbeitskreis und die hohe Qualität der Bewerbungen sind seit der Gründung ungebrochen. Wir lagen mit unserer Bedarfsanalyse somit richtig.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf einen weiteren Aspekt eingehen: Vor der Gründung des Arbeitskreises habe ich oft gehört, dass es nicht genug Frauen geben würde, die sich für das Thema Sicherheitspolitik interessieren und dort auch beruflich erfolgreich aktiv seien. Für die „Jungen Sicherheitspolitiker“ kann ich das definitiv nicht bestätigen – der Arbeitskreis setzt sich aktuell zur Hälfte aus Frauen zusammen.

Sie alle haben berufliche Verpflichtungen, die deutlich über eine 40-Stunden-Woche hinausgehen. Weshalb bringt sich jemand neben beruflichen und privaten Verpflichtungen auch in einen solchen Arbeitskreis ein?

Christian Klein: So unterschiedlich die Persönlichkeiten, die bei den „Jungen Sicherheitspolitikern“ aktiv sind, so unterschiedlich sind im Einzelfall auch die Motive für dieses Engagement, zusätzlich zu Arbeit und Familie. Dennoch gibt es sicher drei Beweggründe, die alle „Jungen Sicherheitspolitiker“ miteinander teilen: Das große Interesse an sicherheitspolitischen Themen und an der Arbeit der BAKS allgemein. Zudem der Austausch innerhalb des Arbeitskreises unter den Mitgliedern – gerne auch im Rahmen einer kontroversen Diskussion.

Christian Klein ist Mitgründer und Vorsitzender des Arbeitskreises „Junge Sicherheitspolitiker“. Weitere Informationen zum Arbeitskreis finden sie hier.