Historischer Ort

Die Bundesakademie wurde 1992 durch den Bundessicherheitsrat gegründet und hatte ihren ersten Sitz in der „Rosenburg“ in Bonn. Im Jahr 2004 zog sie in die Schlossanlage Schönhausen im Berliner Bezirk Pankow um und übernahm dort die Kanzleigebäude des ehemaligen Präsidialamts der DDR.

Mitten im Berliner Stadtteil Pankow zeigt sich die Bundesakademie offen und bürgernah. Dies manifestiert sich auch im jährlichen Pankower Kunstfest, an dem sich die Akademie seit Jahren prominent beteiligt: Das Außengelände wird für Theatervorführungen und Kunststände bereitgestellt, der Historische Saal zwei Tage lang für Konzerte der örtlichen Musikschule geöffnet.

1690 - 1797: Entstehung und Sommerresidenz von Königin Elisabeth Christine 

In keinem anderen preußischen Schloss sind die Zeitschichten der deutschen Geschichte so dicht ablesbar wie in Schönhausen. Die Schloss-und Gartenanlage von Schönhausen geht auf das die gräfliche Familie Dohna zurück und bewahrt Spuren aus vier Jahrhunderten.

Um 1690 entstand der Kern des Schlosses, dem Königin Elisabeth Christine, Gattin Friedrichs des Großen, 1764 seine heutige Gestalt gab. Das Schloss war von 1740 bis 1797 die Sommerresidenz der preußischen Königin.

Den bereits 1662 angelegten Lustgarten ließ Elisabeth Christine im spätbarocken Stil erweitern.
Die Raumkunstwerke des Rokoko, die sich die Königin in Ihrer Sommerresidenz schaffen ließ, sind einzigartig in Berlin. Herausragend sind die in weiten Teilen noch erhaltenen Raumausstattungen des späten 17. und des 18. Jahrhunderts.

1949 - 1960: Amstssitz des Präsidenten 

Der schlossnahe Bereich des bis in die Nachkriegszeit erhaltenen Landschaftsparks wurde 1949 als unmittelbares Umfeld des Präsidenten-Amtssitzes mit einer Mauer abgetrennt. Von 1949 bis 1960 diente das Schloß dem Staatsoberhaupt der DDR, Wilhelm Pieck, als Amtssitz des Präsidenten und von 1964 bis 1990 als Staatsgästehaus der DDR.

Das Präsidentenamt wurde nach dem Tod Piecks 1960 abgeschafft und nach sowjetischem Vorbild durch den Staatsrat ersetzt. Schloss Schönhausen blieb unter dem Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht bis 1964 das oberste Regierungegebäude der DDR.

1989/90: „Historischer Saal"

Im großen Saal diskutierte 1989/90 die DDR-Opposition mit der Staatsregierung am Zentralen Runden Tisch. Danach fanden hier zwei Runden der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen statt, die den Weg für die Wiedervereinigung bereiteten. Das Gesprächszentrum von damals wird heute „Historischer Saal“ genannt. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnete dort am 19. März 2004 die Bundesakademie für Sicherheitspolitik.