Von Pankow in die Welt

Freitag, 13. Juni 2014

Vom 2. bis 6. Juni wurden angehende Militärattachés an der Bundesakademie auf ihre Arbeit an deutschen Auslandsvertretungen in aller Welt vorbereitet. Eine Woche ihres Verwendungslehrgangs bestreitet jährlich die BAKS.

Nahaufnahme einer Offiziersuniform im Brustbereich auf der die so genannte Protokollkordel zu sehen ist.Erkennungsmerkmal: Deutsche Militärattachés tragen die so genannte Protokollkordel. Foto: Bundeswehr/Andrea Bienert

Militärattachés sind Stabsoffiziere, die vom Bundesministerium der Verteidigung in den Geschäftsbereich des Auswärtigen Amt abgeordnet sind und an eine Deutsche Botschaft entsandt werden. Sie besitzen in ihrem Gastland diplomatischen Status und berichten über militär- und sicherheitspolitische Fragen nach Berlin zurück. Außerdem beraten sie die Botschafter und Mitarbeiter der diplomatischen Vertretungen. Zurzeit sind in rund 130 Ländern deutsche Militärattachés akkreditiert.

Die Anforderungen an den Militärattaché sind hoch, denn er muss über einen sehr breiten Erfahrungshorizont verfügen. Dazu gehören auch umfassende Kenntnisse der deutschen Außen-, Sicherheits-, Verteidigungs- und Militärpolitik, fundierte Sprachkenntnisse und die Fähigkeit, sich in das diplomatische Umfeld zu integrieren und auf öffentlichem Parkett angemessen aufzutreten.

Die Bundesakademie hilft, hohe Anforderungen zu erfüllen

Auf diese anspruchsvolle Aufgabe werden die Offiziere in einer mehrmonatigen Ausbildung einschließlich Sprachlehrgängen vorbereitet. Ziel des Militärattaché-Lehrgangs an der Bundesakademie ist es, das Bewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für aktuelle sicherheitspolitische und ressortübergreifende Themen zu schärfen sowie Problemlagen der Weltpolitik intensiv zu studieren.

Die angehenden Militärattachés hatten dieses Jahr – wie auch die Lehrgänge in den Jahren davor – Gelegenheit, mit ausgewiesenen Experten aus Think Tanks, Stiftungen, Strategieberatungsfirmen und Bundesministerien über aktuelle Herausforderungen deutscher und internationaler Sicherheitspolitik zu diskutieren und ihre dahingehenden Kenntnisse zu vertiefen. Auch ehemalige Mitarbeiter des Bundeskanzleramts und der NATO berichteten von ihren Erfahrungen und brachten den Teilnehmern das sicherheitspolitische Tagesgeschäft aus eigener Perspektive nahe.

Fassade des Bundesrates mit blühenden Azaleen im Vordergrund

Exportschlager: Die künftigen „Botschafter in Uniform“ besuchten während ihrer Unterrichtung an der BAKS auch den Bundesrat. Denn gerade der deutsche Föderalismus findet breites Interesse im Ausland. Foto: Bundesrat/Frank Bräuer

Die Themen des Seminars reichten von Fragen der vernetzten Sicherheit und der Rüstungskontrolle über Cyber Defence bis hin zur Frage, wie die sicherheitspolitischen Implikationen der Finanzkrise zu bewerten sind. Auch aktuelle Themen wie die Krise in Osteuropa und die Situation in Syrien waren Gegenstände des Seminars. Besonders wurde die strategische Rolle und Verantwortung Deutschlands als globaler außen- und sicherheitspolitischer Akteur erörtert, um die Attachés auf mögliche Fragen zur Politik der Bundesrepublik in ihren jeweiligen Gastländern vorzubereiten.

Abgerundet wurde das Seminar durch einen Besuch beim Bundesrat. Ein leitender Vertreter der zweiten parlamentarischen Kammer diskutierte mit den künftigen Militärattachés das „Modell deutscher Föderalismus“ und wies darauf hin, dass gerade das deutsche Bundesstaatsystem breites Interesse im Ausland finde, besonders in Staaten, die über keine solchen Strukturen verfügen.

Autor: Redaktion