Seminar für Sicherheitspolitik - Modul 7

Freitag, 28. Juni 2013

Das Modul 7 bildete den thematischen Abschluss des Seminars für Sicherheitspolitik 2013. Hierbei wurden die in den vorangegangenen Modulen erworbenen Erkenntnisse, Erfahrungen und Einsichten in mehreren zentralen Veranstaltungen mit herausgehobenen Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kirchen, Medien und anderen gesellschaftlich relevanten Institutionen vertieft.

Collage mit Bildern SP13

Impressionen des Seminar für Sicherheitspolitik 2013. Foto: BAKS

Abrundung

Im letzten Modul des Seminars für Sicherheitspolitik wurden wesentliche  Kategorien der bisherigen Module noch einmal intensiv mit Querbezügen verknüpft.

Die im Modul 1 gelegten theoretischen Grundlagen der Risikokommunikation fanden in einem praktischen Medientraining an der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation (AIK) in Strausberg Anwendung. Dort hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein intensives und spannendes Training mit Journalisten aus den Bereichen Rundfunk und Fernsehen.

Ein dreitägiges sicherheitspolitisches Planspiel bildete einen inhaltlichen Höhepunkt des Seminars. Als Angehörige strategischer Arbeitsstäbe mussten die Teilnehmer ihre gewonnene Handlungs- und Entscheidungskompetenz in multidimensional angelegten Krisenszenarien in einem fiktiven Staatenumfeld unter Beweis stellen. Im Szenario führten Unruhen in einem regionalen Konflikt unter anderem zur Gefährdung von deutschen Staatsbürgern. Damit verbunden waren  Terrordrohungen und -anschläge in Deutschland. In intra- und interministeriellen Abstimmungen wurden Handlungsempfehlungen entwickelt und Entscheidungsvorschläge erarbeitet. In zahlreichen Formaten (u.a. Interviews, Pressekonferenzen) konnten die Seminarteilnehmer die gewonnenen medialen Erfahrungen gewinnbringend einsetzen.

Auf der Basis der im bisherigen Verlauf des Seminars vermittelten Grundlagen der vernetzten Sicherheit gelang es, die gesamte Bandbreite zur Konfliktlösung beitragender Handlungsoptionen innerhalb der Regierung sowie mit nationalen und multinationalen Partnern abzuwägen.

Bei einem inhaltlich wie organisatorisch hervorragenden Besuch in der polnischen Botschaft wurden die Bedeutung der Partnerschaft zwischen Deutschland und Polen im Prozess der europäischen Einigung sowie aktuelle Herausforderungen im Weimarer Dreieck im Gespräch mit dem polnischen Botschafter Dr. Jerzy Margański erörtert. Angesprochen wurden hierbei auch Probleme der europäischen Finanz- und Währungskrise sowie die Einschätzung Polens zu den aktuellen Entwicklungen in der Türkei, in Syrien und im Nahen Osten.

Geschlossen nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars am Deutschen Forum Sicherheitspolitik teil. Dieses wurde erstmalig am 24. und 25. Juni von der Bundesakademie durchgeführt. Das Forum richtete sich an hochrangige Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft und hat in unterschiedlichen Formaten die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen an deutsche und europäische Sicherheitspolitik betrachtet. Die Ergebnisse aus Vorträgen, Paneldiskussionen und vier Arbeitsgruppen werden in einem Konferenzband zusammengefasst und im IV. Quartal publiziert.

Es ist bewährte Tradition, dass die Teilnehmer in der Zeit des sechsmonatigen Seminars für Sicherheitspolitik eine „Seminarübergreifende Aufgabe“ (SüA) erstellen. Die SüA wurde in diesem Modul abgeschlossen und die wichtigsten Ergebnisse in einem Papier zusammengefasst. Die Teilnehmer haben Konflikte und Herausforderungen identifiziert, die sie für unterschätzt halten:

-          EU am Scheideweg

-          Bedeutungsverlust Europas – Die Rolle Europas in einer dynamischen
            Weltwirtschaft

-          Quo Vadis Arabischer Frühling

-          Eingefrorene Konflikte

-          Risiken unseres Wohlstands

Wichtige Impulse stammten aus Diskussionen mit Vertretern von Regierung, Opposition, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft sowie von Feldstudien in Berlin, Brüssel, New York, Washington,D.C., Moskau, Ankara, Gaziantep, Diyarbakir, Istanbul, Jerusalem, Ramallah, Hebron und Tel Aviv. Die gewählten fünf Beispiele zeigen, dass der umfassende, vernetzte und strategische Ansatz im Sinne des "comprehensive approach" nur selten vollständig umgesetzt und erkennbar vermittelt wird.

Am 25. Juni im Anschluss an das Deutsche Forum Sicherheitspolitik wurde die Arbeit einem fachlich hochrangigen Publikum vorgestellt. Es herrschte eine angeregte Diskussion über die in der SüA formulierten Thesen und Handlungsempfehlungen zu Perspektiven einer weiteren institutionellen Vernetzung und Verschränkungen der Akteure in der Sicherheitspolitik.

Im Rahmen eines Festaktes wurde das SP 13 am 28.06.2013 im Beisein der Staatssekretärin des Bundesministerium der Justiz, Frau Dr. Birgit Grundmann, durch den Präsidenten der BAKS, Herrn Botschafter Dr. Hans-Diester Heumann verabschiedet.

Das nächste 6-monatige Seminar für Sicherheitspolitik wird von der BAKS im Zeitraum 7. Januar bis 28. Juni 2014 durchgeführt werden.