Internationale Kooperation: Besuch aus Norwegen

Montag, 23. Oktober 2017

Anfang Oktober besuchte eine Seminargruppe des Norwegian Defence University College die BAKS um sich über die Zusammenarbeit deutscher Ministerien und Sicherheitsbehörden im In- und Ausland zu informieren.

Eine Gruppe geschäftlich gekleideter Menschen, links im Bild ein militäruniformtragender Mann steht vor dem Haus Bonn der BAKS.

Die norwegische Seminargruppe vor dem Haus Bonn der Bundesakademie. Foto: BAKS

Das Norwegian Defence University College“ (NDUC) vereint die Ausbildung von Spitzenpersonal im militärischen Bereich und die sicherheitspolitische Weiterbildung von Führungskräften aus Politik und Gesellschaft unter einem Dach. Anfang Oktober kam eine Seminargruppe des NDUC im Rahmen einer Weiterbildungsreise an die Bundesakademie für Sicherheitspolitik, um sich aus erster Hand über die Zusammenarbeit deutscher Bundesministerien und Sicherheitsbehörden im In- und Ausland zu informieren.

Vernetzte Sicherheit im Innern...

Ein Mann im Anzug sitzt an einem Tisch und spricht gestikulierend in ein Mikrofon.

Dr. Ulf Brüggemann erläuterte Motive und Strukturen terroristischer Aktivität in Deutschland. Foto: BAKS

Im Zentrum des ersten Veranstaltungsteils stand die Zusammenarbeit deutscher Sicherheitsbehörden im Innern und der rechtliche Rahmen, in dem diese sich bewegt. BAKS-Terrorismusexperte Dr. Ulf Brüggemann informierte über die aktuelle Sicherheitslage und erläuterte die Motive und Strukturen terroristischer Aktivität in Deutschland, insbesondere durch den sogenannten Islamischen Staat sowie auch von Seiten links- und rechtsextremistischer Gruppierungen.

Ein Vertreter des Bundesministeriums des Innern stellte darauf aufbauend die Mittel und Verfahren der Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden im Innern sowie das 2004 in Berlin eingerichtete Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) vor. Das GTAZ führt als Kooperations- und Kommunikationsplattform 40 nationale Behörden zusammen. Für die Besucher aus dem zentralstaatlich verfassten Norwegen erwiesen sich in der anschließenden Diskussion insbesondere die Kompetenzverteilung und die Herausforderungen der Kooperation zwischen Bund und Ländern in der Bundesrepublik als besonders interessant.

...und im auswärtigen Handeln der Bundesrepublik

Ein geschäftlich gekleideter Mann und eine geschäftlich gekleidete Frau sitzen an einem Tisch; die Frau spricht in ein Mikrofon.

Christiane Amari sprach über die militärischen und zivilen Dimensionen deutscher Sicherheitspolitik. Foto: BAKS

Der zweite Teil der Veranstaltung nahm die Zusammenarbeit deutscher Ministerien und Sicherheitsbehörden im Ausland in den Blick. Christiane Amari, die als Verbindungsbeamtin des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beim Bundesministerium der Verteidigung tätig ist, öffnete den Blick auf die derzeitigen zivilen und militärischen Dimensionen deutscher Sicherheitspolitik, wie etwa in Mali.  Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt bildete daran anknüpfend die Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung, welche regionale Partnerakteure durch Ausbildungs- und materielle Unterstützung in die Lage zu versetzen soll, selbst für Sicherheit und Stabilität in ihrem eigenen Land und gegebenenfalls auch mit einem entsprechenden Mandat in ihrer Region zu sorgen.

Im Rahmen ihres Arbeitsbereichs Fachtagungen und Internationale Kooperation ist BAKS ist regelmäßig Gastgeber für Seminarguppen, Studienreisen und Fachdelegationen aus dem Ausland.

Autor: Marius Paradies