Kunstfest 2019: Grüne Bühne fürs Jubiläum

Dienstag, 25. Juni 2019

Am dritten Juniwochenende wurden mit dem Kunstfest Pankow 2019 gleich zwei Jubiläen gefeiert: Das traditionsreiche Kunstfest wurde 20 Jahre alt und die BAKS feierte 15 Jahre Standort Berlin. Der Schlosspark Schönhausen wurde wie jedes Jahr zu einer grünen Bühne für allerlei Kunsthandwerk, akrobatische Auftritte und musikalische Einlagen.

Einer der Höhepunkte des Kunstfests 2019 war das Konzert des Bundespolizeiorchesters Berlin vor dem Schloss Schönhausen. Foto: Ahlhelm

Das Kunstfest Pankow gilt zu Recht als eines der schönsten Volksfeste Berlins. Dies wurde vom 15. bis 16. Juni einmal mehr unter Beweis gestellt. So konnten die Gäste im Schlosspark Schönhausen eine Vielzahl von künstlerischen Darbietungen und weiteren Attraktionen entdecken. Es wurden nicht nur an unzähligen Ständen handgefertigte Schmuckstücke, Töpfereien und Malereien angeboten, sondern auch von internationalen Künstlern ein Feuerwerk an kreativer Vielfalt präsentiert. Dies zeigte sich auch auf der Hauptbühne, die für die Gäste aller Altersgruppen mit einem abwechslungsreichen Musikprogramm aufwartete.

Auf einen Kaffee mit dem BAKS-Präsidenten

Auch beim diesjährigen Bürgerdialog mit BAKS-Präsident Karl-Heinz Kamp  (m.) und Vizepräsident Wolfgang Rudischhauser (r.) waren kritisches Nachhaken ausdrücklich erwünscht. Foto: BAKS

Für die BAKS galt es wie jedes Jahr, sich als Mitveranstalter ordentlich ins Zeug zu legen. Für die Jüngsten gab es das beliebte Glücksrad, welches nach zwei Tagen Dauereinsatz heiß lief und mit den gewonnenen Preisen vielen Kindern ein Strahlen ins Gesicht zauberte. Neben den beliebten schwarz-rot-goldenen Luftballons und dem Angebot an Süßigkeiten erfreuten sich auch das Kollegium der BAKS am Infostand einer großen Nachfrage zur Arbeit der Akademie und dem aktuellen sicherheitspolitischen Geschehen weltweit. Der Austausch auf Augenhöhe stand hier im Vordergrund. Der Diskussionsbedarf zeigte sich später ebenso beim Bürgerdialog mit BAKS-Präsident Dr. Karl-Heinz Kamp und Vizepräsident Wolfgang Rudischhauser. Bei Kaffee und Kuchen sprachen Kamp und Rudischhauser an beiden Festtagen über das weltpolitische Geschehen zwischen USA, Russland, China und der EU sowie zu den Konsequenzen für die deutsche Sicherheit. „Darf man hier wirklich alles Fragen?“, wollte sich eine Teilnehmerin im Vorfeld des Bürgerdialoges vergewissern. Ein klares Ja - denn kritisches Nachfragen war ausdrücklich erwünscht: "Wir alle laufen Gefahr, nur in unserer eigenen Informationsblase zu leben, und um dem vorzubeugen braucht gerade die kritische Diskussion", sagte Präsident Kamp.  Dieses Angebot zum offenen Dialog wurde durch die Gäste gerne angenommen, sodass sich Kamp und Rudischhauser viel Zeit für Fragen zu den langfristigen sicherheitspolitischen Ziele Deutschlands und zur außenpolitischen Praxis nahmen.

Treten Sie ein - aktuelle Informationen an historischem Ort

Die Besucherinnen und Besucher hatten die Möglichkeit, auf Tuchfühlung mit dem Historischen Saal und seiner bewegten Vergangenheit zu gehen. Foto: BAKS

Zusätzlich öffnete die BAKS an beiden Fesstagen ihre Türen und ermöglichte den Blick in ihr Seminargebäude "Haus BERLIN", welches in den 1950er Jahren erbaut wurde und zu Zeiten der DDR als Kanzleigebäude genutzt worden war. "Schön, dass das mal klappt - ich fahre hier jeden Tag zur Arbeit und hab bisher garnicht gewusst, was hier gemacht wird", sagte eine Dame aus der Nachbarschaft. Wegen des Akademiebetriebs ist die BAKS üblicherweise nicht öffentlich zugänglich, weshalb gerade auch Menschen aus der Nachbarschaft die Möglichkeit nutzten, einen Blick hinein zu werfen. Sebastian Nieke vom Bereich Öffentlicher Diskurs und Kommunikation informierte mit viel Freude über die ereignisreiche Geschichte der Liegenschaft bis hin zum Einzug der Bundesakademie, welche heute die zentrale, ressortübergreifende Weiterbildungsstätte der Bundesregierung für Sicherheitspolitik ist. Im Zentrum der BAKS-Führung stand natürlich der Historische Saal, welcher mit seiner bewegten Vergangenheit im besonderen Interesse der Gäste stand. Hier hatte 1989/90 der Zentrale Runde Tisch zwischen Bürgerrechtsbewegungen und der letzten DDR-Regierung sowie ein Jahr später die Zweite Runde der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen vor der deutschen Wiedervereinigung getagt.

Von Tatort bis Tango - hier spielt die Musik

Die instrumental "bewaffneten" Polizisten des Bundespolizeiorchsters Berlin unter Leitung von Gerd Herklotz begeisterten Groß und Klein.
Foto: BAKS

Ein Highlight des Kunstfestes war der erstmalige Auftritt des Bundespolizeiorchesters Berlin unter der Leitung von Gerd Herklotz vor dem Schloss Schönhausen. Mit ihrer Darbietung erzeugten die instrumental „bewaffneten“ Polizisten eine Klangoase von "Tatort" bis Tango, die Groß und Klein begeisterte. Der anhaltende Applaus würdigte die spürbare Spielfreude der uniformierten Berufsmusiker. Wie alle Jahre war zuvor bereits die Musikschule Béla Bartók aus Pankow wieder mit einem eigens entworfenen Konzertprogramm in den Räumlichkeiten der Bundesakademie zu Gast. Am Samstag ließen die jungen Musikerinnen und Musiker in den Räumlichkeiten der BAKS ihre Instrumente ertönen und verzauberten die Musikliebhaber mit einem klangvollen Mix unterschiedlicher Stilrichtungen.

Ein Erfolg mit Tradition

Mit über 15.000 Besucherinnen und Besuchern war das Kunstfest Pankow abermals ein großer Erfolg. Foto: BAKS

Die BAKS führte mit ihrem Informationsstand und dem Bürgerdialog eine inzwischen 15-jährige Tradition weiter. Wie jedes Jahr wurde den Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit geboten, sich über aktuelle sicherheitspolitische Themen und die Arbeit der Bundesakademie zu informieren und sich auszutauschen. Mit über 15.000 Besucherinnen und Besuchern war das Kunstfest Pankow abermals ein großer Erfolg, der erst durch die enge Zusammenarbeit der Kooperationspartner Gesobau AG, Bezirk Pankow, Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten und dem DenkMalTheater ermöglicht wurde. Die BAKS dankt herzlich für das große Interesse und wird auch 2020 wieder beim Kunstfest Pankow ihre Türen öffnen.

Autor: Philipp Fritz