„Get-Together“ an der BAKS: Junge Ressortvertreter vernetzen sich

Dienstag, 24. Januar 2017

Der Führungskräftenachwuchs aus dem Auswärtigen Amt, dem Verteidigungs- sowie dem Entwicklungsministerium diskutierte am 18. Januar an der BAKS über die Konsequenzen der Trump-Wahl für die europäische Sicherheitsarchitektur.

Die Teilnehmer der Veranstaltung hören einen Vortrag von dem Referenten Jan Techau.

Jan Techau von der American Academy in Berlin diskutierte mit dem Führungskräftenachwuchs die Zukunft der europäischen Sicherheitsarchitektur. Foto: BAKS/Mochow

"Jedes Ressort denkt und tickt anders – deswegen brauchen wir eine starke Vernetzung. Das betrifft auch die Personen, die künftig an den Auslandsvertretungen vor Ort den vernetzten Ansatz umsetzen müssen" - so umrissen der Präsident der BAKS, Dr. Karl-Heinz Kamp, und der Leiter Lehre, Dr. Martin Schuldes, das Ziel des diesjährigen "Get-Together". Bei diesem ressortübergreifendem Treffen kommt der Führungskräftenachwuchs aus dem Auswärtigen Amt (AA), dem Verteidigungsministerium (BMVg) sowie dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an der BAKS zusammen, um sich zu vernetzen und sich über sicherheitspolitische Fragestellungen auszutauschen.

Mit Jan Techau, dem Direktor des Richard C. Holbrooke Forums der American Academy in Berlin, diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über mögliche Konsequenzen der Trump-Präsidentschaft für die europäische Sicherheitsarchitektur: Sind die Sicherheitsgarantien nach Trumps Amtsantritt noch gültig? Und wie wird Trump mit den amerikanischen Nuklearwaffen umgehen? Aktuell fehle das Vertrauen – "der Rohstoff der Sicherheitspolitik" – in den transatlantischen Partner, konstatierte Techau. Die transatlantische Zusammenarbeit fuße auf Vertrauen. Werde dies entzogen, kämen neue Kooperationen nur noch schwerlich zustande. Insbesondere Russlands Präsident Putin werde Trump in naher Zukunft "testen", um die Gültigkeit der amerikanischen Sicherheitsversprechungen unter Trump zu prüfen, zeigte sich der Außenpolitikexperte überzeugt.

In der anschließenden Diskussion eröffnete Techau politische Szenarien: Wie wahrscheinlich ist eine Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und China oder die Auflösung der Ost-West-Strukturen? Zum jetzigen Zeitpunkt ließe sich darüber nur spekulieren, jedoch werde Trump schnell lernen, dass es auch innerhalb seiner Partei starke Befürworter der NATO und des Artikels 5 - der Beistandsklausel, auf der das Bündnis im Kern fußt - gebe. Trumps Verrhalten scheine bisher eher instinktgetrieben und sei daher noch formbar; sein Denken sei von der Geschäftswelt geprägt. Daran müsse man sich orientieren; die europäischen Politiker sollten möglichst schnell Kontakt zu ihm und seiner Administration aufnehmen.

Zum Abschluss nutzte der Führungskräftenachwuchs die Gelegenheit zur informellen Vernetzung. Die BAKS als Ort des strategischen Denkens und vernetzen Ansatzes bietet dafür den Ausbildungsjahrgängen des AA und des BMVg sowie jungen Führungskräften des BMZ jährlich die Möglichkeit, um so das gegenseitige Verständnis der jeweiligen Schwerpunkte und Arbeitsweisen zu fördern.

Autorin: Mirjan Schulz