BSH-Grundakademie: Aha-Effekt in Pankow

Mittwoch, 14. September 2016

Aus der ganzen Republik kamen Studierende zur "Grundakademie" des Bundesverbands Sicherheitspolitik an Hochschulen nach Berlin. Am 12. September diskutierten sie mit Experten der BAKS über Deutschland und Mali.

Deutsche Pionierausbilder der EUTM Mali weisen malische Soldaten in ihre zukünftigen Aufgaben ein.

Diskutieren wir ausreichend über den Bundeswehreinsatz in der Krisenregion Sahel? Hier deutsche Pionierausbilder in Mali. Foto: Bundeswehr/Alyssa Bier

"Junge Akademiker sind wichtige Multiplikatoren, um eine sachliche Debatte über Sicherheitspolitik zu führen", begrüßte Christian Lipicki die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 27. Grundakademie des BSH an der BAKS in Pankow. Der Leiter Öffentlicher Diskurs und Kommunikation der Bundesakademie legte dar, wie ein breiter öffentlicher Diskurs über Sicherheitspolitik gerade in Deutschland gelingen kann.

Seine Medienanalyse der vergangenen Monate zeigte, wie sehr den Deutschen sicherheitspolitische Themen "unter den Nägeln brennen". Unter den Top 10 der Fernsehnachrichtenthemen im Frühjahr 2016 stünden gleich drei Themen mit direktem sicherheitspolitischem Bezug. Welche wichtige Rolle besonders die junge akademische Generation in der deutschen sicherheitspolitischen Diskussion spielen könne, sorgte bei den Anwesenden für einen "Aha-Effekt".

Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung (2.v.l.), mit Sprecherinnen und Sprechern der Bundesministerien am Tag der offenen Tür der Bundesregierung im Haus der Bundespressekonferenz (v.l. Anja Maier, Vorstand Bundespressekonferenz; Sawsan Chebli, Spr

Öffentlicher Diskurs
und Kommunikation der BAKS

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht von den Krisenherden der Welt berichtet wird. Sicherheitspolitik geht deshalb alle Bürgerinnen und Bürger an. Für die Weiterbildungseinrichtung der Bundesregierung ist der öffentliche Diskurs über sicherheitspolitische Themen mit dem Akademie-
konzept von 2015 zentrale Aufgabe geworden. Ziel ist, die Diskussion anzuregen sowie mit Fakten und Analysen zur Sachlichkeit beizutragen. Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik kommuniziert das Thema breit über die Zielgruppe der Experten und Verantwortungsträger hinaus – denn das entspricht dem Bedürfnis der Menschen nach Information und Austausch. (Foto: Bundesregierung/Hans-Christian Plambeck)

Im Anschluss hielt Oberstleutnant Michael Hanisch, Referent an der Akademie, einen Vortrag über die Krisenregion Sahel. Als Bundeswehrsoldat war er selbst 2013 und 2014 mehrere Monate für die European Union Training Mission Mali im Einsatz gewesen. Er konnte die Studierenden so mit Informationen praktisch aus erster Hand versorgen: Die Ursachen der Krise seien vielfältig und die Konsequenzen seien nicht nur im westafrikanischen Mali zu spüren, sondern könnten die gesamte Sahelregion destabilisieren. "Das betrifft auch Europa", so Hanisch. Mit den Studierenden diskutierte er ausführlich über Fragen wie: "Woran liegt es, dass die malische Armee trotz finanzieller und materieller Unterstützung von außerhalb den Vorstoß der Rebellen und Islamisten nicht aufhalten konnte?" oder "Ist Mali ein 'zweites Afghanistan' für Deutschland?".

"Wir hoffen, dass wir solche Diskussionen auch weiter und immer wieder so kontrovers führen können und freuen uns auf den nächsten Besuch in Pankow", verabschiedete sich der Bundesvorsitzende des BSH, Jan Fuhrmann, für die Grundakademie-Gruppe von der BAKS. Die "Sicherheitspolitische Grundakademie" des Verbandes ist ein viertägiges Seminar, das dreimal im Jahr in Berlin stattfindet und interessierten Studierenden die Möglichkeit geben soll, erstmals mit dem breiten Feld der Außen- und Sicherheitspolitik in Kontakt zu treten.

Autor: Björn Boening