Seminar Staatliche Sicherheitsvorsorge 2017

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Neue technologische Entwicklungen, Globalisierungstrends und demografische Veränderungen stellen die Gesellschaften Europas vor große Herausforderungen. Das Seminar Staatliche Sicherheitsvorsorge nahm mögliche Folgen und Maßnahmen ins Auge.

Zwei Herren im Anzug sitzen hinter Mikrofonen an einem Konferenztisch; der links im Bild blickt zu seinem Nachbarn; der rechts im Bild blickt in das Plenum.

Das Seminar Staatliche Sicherheitsvorsorge folgt einem multidisziplinären Ansatz, der sicherheits-politische Perspektiven mit natur- und geisteswissenschaftlichen Zugängen verbindet. Bildmitte: Der Theologe Prof. Dr. Rolf Schieder von der Humboldt-Universität zu Berlin. Foto: BAKS

Unsere Gesellschaft steht vor neuen, teils ungeahnten Herausforderungen, darunter neue technologiische Entwicklungen, die Globalisierung sowie demografische Veränderungen, die auf Deutschland und Europa unmittelbar zukommen. Das diesjährige Seminar Staatliche Sicherheitsvorsorge nahm unter der Überschrift „Verwerfungen in unserer Gesellschaft von morgen“ mögliche Folgen und Maßnahmen ins Auge. Die fortschreitende Digitalisierung sowie die sich abzeichnende beschleunigte Entwicklung Künstlicher Intelligenz würden, so ein gesellschaftswissenschaftlicher Referent, insbesondere in der Arbeitswelt zu besonders großen Veränderungen führen. Der Wandel werde gleichermaßen Arbeitskräftemangel und Arbeitsplatzverluste mit sich bringen. Diese spiegelten sich ebenfalls in den Auswirkungen der demographischen Veränderungen: Deutschland schrumpft, wird älter und bunter.

Der Zusammenhalt der Gesellschaft steht auf der Probe

Ein Herr im Anzug beugt sich hinter einem eingeschalteten Mikrofon über einen Konferenztisch und blickt zu seinen nicht sichtbaren Sitznachbarn.

Der Leiter Fachtagungen und Internationale Kooperation der BAKS Arno Hoffmann in der Diskussion mit den Seminarteilnehmern.
Foto: BAKS

Das stellt zugleich den Zusammenhalt einer Gesellschaft auf die Probe. Solcher Zusammenhalt ist insbesondere dann groß, wenn die Bevölkerung den staatlichen und politischen Institutionen Vertrauen entgegenbringt. Daher wurden im Seminar die individuellen und kollektiven Gestaltungsfähigkeiten ausgiebig erörtert. Aus Sicht der politischen Bildung sei es äußerst wichtig, sich an alle gesellschaftlichen Gruppen zu richten und multiperspektivisch zu arbeiten. Die Religionswissenschaftler unter den Referenten waren sich dabei einig, dass auch der Förderung der religionsbezogenen Bildung in Deutschland ein besonders großer Stellenwert zugeschrieben werden sollte.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 wurde deutlich, dass durch Fremdheit und unbekannte Herausforderungen soziale Angst geschaffen werden können. Besonders in der Diskussion mit Experten aus dem Bereich der Bevölkerungsforschung wurde deutlich, dass es für die Entwicklung der Gesellschaft deshalb äußerst wichtig sei, Alltagserfahrungen im Umgang mit Fremdheit zu sammeln. Im Januar 2017 wird die Seminarreihe an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, dem Kooperationspartner der BAKS, fortgesetzt.

Autorin: Angela Mehrer