Phoenix-Runde: Gegen IS nutzt nur ein langer Atem

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Am 14. Oktober auf Phoenix erklärte BAKS-Vizepräsident Armin Staigis, wie im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ nur eine langfristige Strategie zum Ziel führen kann.

Foto: phoenix

Den Fragen von Moderatorin Ines Arland in der abendlichen „Phoenix-Runde“ stellte sich der Vizepräsident der Bundesakademie, Brigadegeneral a.D. Armin Staigis. Er warnte vor einer drohenden humanitären Katastrophe vor den Toren der EU in der Türkei und im Irak wie er auch auf die Notwendigkeit eines geschlossenen Engagements der Weltgemeinschaft hinwies.

IS rein militärisch nicht zu besiegen

Die dramatischen Entwicklungen in der Region stellten die westliche Welt vor enorme Herausforderungen. „Es braucht eine politisch-strategische Lösung“, betonte Staigis. „Dabei muss auch die Europäische Union nun Handlungsfähigkeit beweisen. Insgesamt kann militärisches Eingreifen nur zu einer Lösung beitragen, diese jedoch selbst nicht herbeiführen.“

Nahaufnahme von Brigadegeneral a.D. Armin Staigis, Vizepräsident der Bundesakademie für SicherheitspolitikArmin Staigis:
Die öffentliche Diskussion ist zu militärisch. Foto: phoenix

Derzeit werde die öffentliche Diskussion zu stark militärisch geführt. „Wenn es uns nicht gelingt, als Weltgemeinschaft diese Katastrophe zu verhindern – gemeinsam mit den Türken, gemeinsam mit den Kurden und mit anderen – dann wird der Fingerzeig auf uns noch viel größer werden, als er derzeit ist“, so Staigis weiter.

Das Ziel im Blick behalten

Bei der Bekämpfung des IS müsse der Fokus auf die Kräfte vor Ort gerichtet werden. Diese müssten ausgestattet werden, um sich gegen die islamistische Gruppe behaupten und die Terroristen zurückdrängen zu können. Insgesamt sei mit einem zeitintensiven Engagement zu rechnen. Der Westen müsse nun einen langen Atem beweisen.

Neben Armin Staigis komplettierten Omid Nouripour (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Guido Steinberg (SWP) und Elmar Brok (MdEP, CDU) die Runde. Staigis stellte klar, dass mit einer kurzfristigen Lösung im Kampf gegen die „sunnitische Terrorgruppe Islamischer Staat“ nicht zu rechnen sei. „Was nun notwendig ist – unabhängig vom Engagement der Amerikaner – ist eine Einbeziehung Russlands und Chinas“, meinte er. Es sei ein ganzheitlicher Ansatz vonnöten, der die gesamte Region umfasse – wenngleich der Blick momentan auf die Situation in der syrischen Stadt Kobane gelenkt sei.

Autor: Martin Lammert

 

Sehen Sie die vollständige „Phoenix-Runde“
vom 14. Oktober 2014 hier auf der Website von Phoenix.