Kanzlerin Merkel: USA waren für mich ein Ort der Sehnsucht

Freitag, 10. Juni 2016

Podiumsdiskussion in der CDU-Zentrale

Die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen antwortet auf die Fragen von Akademiepräsident Karl-Heinz Kamp. Foto: CDU/Laurence Chaperon

Vor einem Jahr starb Philipp Mißfelder. Der junge CDU-Bundestagsabgeordnete hat sich stark für die deutsch-amerikanischen Beziehungen eingesetzt. Zu seinem Gedenken veranstaltete die CDU die Tagung "Transatlantische Partnerschaft" - bei der BAKS-Präsident Karl-Heinz Kamp das Expertenpanel moderierte.

Um die transatlantischen Beziehungen steht es derzeit nicht zum Besten. Die NSA-Aktivitäten haben im deutsch-amerikanischen Verhältnis Spuren hinterlassen. Und gerade deshalb erinnerte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Veranstaltung ihrer Partei und der Jungen Union am vergangenen Mittwoch in der CDU-Bundeszentrale an das, was beide Staaten gemeinsam geschafft haben und was sie auch heute verbindet. "Als junger Mensch waren die USA für mich ein Ort der Sehnsucht", sagte sie. "Wichtig ist, dass wir uns an gemeinsame Werte erinnern." Der Blick zurück, so will sie verstanden wissen, soll die Aussicht auf die Zukunft schärfen, auf freiheitlich-demokratische Gesellschaften. In einer Welt, die komplizierter geworden ist, brauche es Freundschaften. "Dazu sind persönliche Begegnungen sehr wichtig."

Bundeskanzlerin Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Foto: CDU/Laurence Chaperon

In der anschließenden Diskussionsrunde mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dem früheren US-Topdiplomaten Prof. James D. Bindenagel und der Direktorin des Pariser Büros des „German Marshall Funds“, Alexandra de Hoop Scheffer, arbeitete Moderator Karl-Heinz Kamp die Entwicklungen und Herausforderungen der transatlantischen Beziehungen heraus. Dem Präsidenten der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, ein ausgewiesener NATO-Kenner, gelang es dabei, amerikanische und deutsche Perspektiven ergänzend nebeneinander zu stellen.

"Die USA erwarten, dass sich die Europäer stärker organisieren", sagte Bundesministerin von der Leyen. Deutschland müsse sich seiner größeren Verantwortung stellen, "auch, wenn es nicht immer einfach ist". Die meisten Menschen in Deutschland würden die Vorteile der Globalisierung schätzen, dann müsse man auch bereit sein, sich mit den Krisen der Welt auseinanderzusetzen. Auch für von der Leyen ist die deutsch-amerikanische Freundschaft etwas sehr wertvolles. Doch auch Russland müsse man immer wieder den Dialog anbieten. "Wir müssen Russland dazu bringen, dass es zurückkehrt."

Am Ende der Diskussion regte ein Teilnehmer aus dem Publikum an, zur Stärkung der deutsch-amerikanischen Freundschaft ein eigenes Jugendwerk zu gründen, ähnlich dem seit Jahrzehnten bestehenden deutsch-französischen Jugendwerk. Diese Idee fanden alle Podiumsexperten sehr gut. Hier, so die einhellige Meinung, könne man durchaus aktiver werden.

Die Diskussion in ihrer Gesamtheit auf youtube.

Autor: Christian Lipicki