Deutsche Sicherheitspolitik aus erster Hand

Mittwoch, 26. November 2014

Von Links: Kapitän Samar Khan, Brigadegeneral Ur Rehman, Militärattaché Brigadegeneral Din Ghazali, Oberst Ui Islam, Brigadegeneral Munawar, Oberstleutnant Berding (BAKS), Generalleutnant Ikram, Prof. Dr. Bock (BAKS), General a. D. Staigis (BAKS), Lt Donau (BAKS), Fregattenkapitän Kraus , Oberstleutnant Meier. (Foto: Mario Gabler, Bundesakademie f. Sicherheitspolitik). Foto: BAKS

Vom 17. bis 21. November besuchte eine Delegation des pakistanischen Verteidigungsministeriums verschiedene Dienststellen der Bundeswehr in Berlin. Unter der Führung von Generalleutnant Ikram, dem in Pakistan Verantwortlichen für Ausbildung und Auswertung, erhielten sie wertvolle Einblicke in die Ausbildungssystematiken der Bundeswehr. Begleitet wurden sie durch den pakistanischen Militärattaché, Brigadegeneral Ud Din Ghazali.

Heutige Konflikte mit militärischen Mitteln allein nicht mehr lösbar

Am Mittwoch empfing der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), General a. D. Staigis die Delegation in Pankow. Im Rahmen eines Vortrages stellte er das deutsche Konzept der Vernetzten Sicherheit vor. Die Bundesregierung interpretiere sicherheitsrelevante Herausforderungen, beispielsweise auch in der Ukraine oder im Irak, heutzutage als „gemeinsame Aufgabe verschiedener Politikfelder“, so Staigis. Im Kontext zunehmend globaler Verflechtungen müsse dabei eine Vielzahl an Effekten im Auge behalten werden. Äußere und innere Sicherheit seien nicht mehr voneinander zu trennen. Dies werde nicht zuletzt auch am Beispiel der Flüchtlingszuwanderung eindrucksvoll erkennbar.

Insbesondere Konfliktprävention sei ein Aspekt, der für die Bundesregierung in den Vordergrund rücke. Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit seien dabei genauso wichtig, wie militärische Handlungsfähigkeit als Ultima Ratio.

Voneinander lernen – im internationalen Dialog

Die pakistanische Delegation unter Generalleutnant Ikram nutzte die Möglichkeit des internationalen Austausches umfänglich. Die Besucher tauschten Erfahrungen aus und erläuterten die Komplexität des Krisenpotentials in und an den Grenzen ihres eigenen Landes.

Eine Reduktion auf einzelne Brennpunkte, beispielsweise in der Region um Kashmir oder in einigen Grenzgebieten, greife zu kurz. Man müsse Lösungen für das ganze Land finden und alle Akteure einbinden. Internationale Dialoge, wie der mit der Bundesrepublik Deutschland, empfinde man als sehr wichtig. Daraus könne man Lösungsstrategien für eine friedliche Aussöhnung  im Inneren entwickeln. General Ghazali sah im Austausch mit den Vertretern der BAKS einen großen Gewinn für die Delegation. Der Attaché betonte, dass man den intensiven Dialog mit der Bundesrepublik auch zukünftig beibehalten und nach Kräften intensivieren wolle.

Autor: Redaktion