Konferenz: Über den NATO-Gipfel hinausblicken

Mittwoch, 25. Mai 2016

Auf einer gemeinsamen Konferenz des belgischen Egmont-Instituts und der BAKS diskutierten internationale Experten Mitte Mai in Brüssel über die Perspektiven des kommenden NATO-Gipfels in Warschau.

Zahlreiche Menschen stehen in einem zum Teil abgedunkelten Konferenzsaal mit Projektionen der NATO-Flagge an den Wänden.

Auf den Gipfeltreffen der NATO, hier im September 2014 in Wales, werden die Kernfragen des Bündnisses erörtert. Foto: Herman Van Rompuy/flickr/CC BY-NC-ND 2.0/Bildausschnitt

Der NATO-Gipfel in Warschau am 8. und 9. Juli wird eines der Schlüsselereignisse des strategischen Jahres 2016 sein. Schon jetzt ist wahrscheinlich, dass nicht alle wichtigen Kernfragen auf dem Gipfel angesprochen, geschweige denn gelöst werden. Das belgische Egmont-Institut (Königliches Institut für Internationale Beziehungen) veranstaltete im Vorfeld des Warschauer Gipfels in Zusammenarbeit mit der Bundesakademie für Sicherheitspolitik ein internationales Expertenseminar in Brüssel. In den fundierten Fachbeiträgen und Diskussionen wurde der Blick der Experten aus Wissenschaft und Praxis über Warschau hinaus auf „große Themen gelenkt, die die nordatlantische Allianz nicht mehr lange unbeantwortet lassen kann“, so Prof. Dr. Sven Biscop, der Direktor des Programms Europe in the World am Egmont-Institut.

Fachleute aus Belgien, Großbritannien, Frankreich und den USA sowie der NATO erläuterten den Stand der Vorbereitungen des Warschauer Gipfels sowie die Perspektiven einer langfristigen Partnerschaft mit Russland. Auch die Herausforderungen, die gegenwärtig im Mittelmeerraum, an der Südflanke der NATO, bestehen, wurden in den Blick genommen. Dr. Karl-Heinz Kamp, der Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, beleuchtete in seinem Vortrag die aus dem Osten wieder zu vernehmenden Signale im Hinblick auf einen denkbaren künftigen Einsatz nuklearer Waffen. Kamp wies auf die dadurch erneut in den Blick rückende Frage der Erforderlichkeit nuklearer Abschreckung hin. Er sprach sich für eine Diskussion über eine derartige Strategie aus. In seinen Schlussbemerkungen betonte der BAKS-Präsident, dass die veränderte Sicherheitslage einen grundlegenden Wandel bedeute. Kamp zeigte sich zugleich überzeugt, dass die NATO handlungsfähig sei und die neuen Herausforderungen meistern werde.

Link zur Konferenz auf der Website des Egmont-Instituts: NATO's Warsaw Summit and Beyond

Autor: Wolfgang Nieter