News

Aktuelles

BAKS Präsident Brose im Deutschlandfunk zu den russischen Marine-Manövern

Wednesday, 26. January 2022

BAKS Präsident Brose im Deutschlandfunk zu den russischen Marine-Manövern

Blick auf einen Felsen im Golf von Oman
Blick auf einen Felsen im Golf von Oman
pixelio.de / Dieter Schütz

Auch im Golf von Oman führt Russland mit Iran und China Marine-Manöver durch. Das sei ein klares Signal an die USA, sagt BAKS-Präsident Ekkehard Brose im Interview mit dem Deutschlandfunk. Foto: pixelio.de / Dieter Schützt


Von einem klaren Signal an die USA, spricht BAKS-Präsident Ekkehard Brose über die Marine-Manöver im Golf von Oman beim Interview mit Andreas Noll vom Deutschlandfunk. 

 

Andreas Noll: Hauptziel der Übungen sind nach russischen Angaben die nationalen Interessen Russlands in den Ozeanen zu schützen und Bedrohungen zu begegnen. Darüber möchte ich jetzt mit dem Bundespräsidenten der BAKS Ekkehard Brose sprechen, guten Morgen Herr Brose. 

Botschafter Ekkehard Brose: Guten Morgen Herr Noll.


Mehr als 140 Schiffe im Atlantik, im Pazifik in der Arktis und im Mittelmeer. Was für eine Botschaft geht von so einer militärischen Übung zum jetzigen Zeitpunkt aus? 

Sie haben recht, wenn Sie von Botschaft sprechen. Das ist es, eine Botschaft in dreifacher Richtung. Erstens die schiere Größe des Manövers: 140 Schiffe, 60 Flugzeuge, 10.000 Mann. Das ist das größte russische Marine Manöver, die größte Übung seit Ende des Kalten Krieges. Dort werden etwa dreimal so viele Schiffe zum Einsatz kommen, wie die deutsche Marine überhaupt besitzt und das in einem ganz weit gefassten Gebiet in und um Europa. Das ist eine maritime Machtdemonstration. Was will uns Russland damit sagen? Wir sind mächtig und das nicht nur zu Lande, sondern auch zu Wasser. Das zweite Signal bezieht sich auf den Zeitpunkt, denn warum gerade jetzt? Januar und Februar, dieser Zeitraum ist mit Sicherheit nicht zufällig, sondern synchron mit dem Aufmarsch russischer Landtruppen im Halbkreis um die Ukraine. Nördlich von Kiew bis zum Süden, bei der Krim, wo Russland seit der Annexion der Krim ja selber sitzt mit Truppen. Und drittens sind die Partner mit denen Russland zumindest zeitweise zusammen auftritt interessant. Der Beginn des Manövers liegt im Golf von Oman, also im mittleren Osten. Dort wird Russland üben, zusammen mit Schiffen des Irans und Chinas. Da liegt die Message auf der Hand, denn das sind sozusagen die Feinde der USA. Russland zeigt vor allem den USA: Wir sind nicht allein und hier gibt es eine potentielle Allianz zwischen Russland und China, das ist das beabsichtigte Signal. 


Sie haben jetzt die USA erwähnt, aber nun startet auch die NATO eine große Militärübung im Mittelmeer, unter anderem mit Beteiligung eines amerikanischen Flugzeugträgers. Das hat offiziell nichts mit dem Ukraine Konflikt zu tun heißt es, aber kann der Westen eine solche russische Präsenz auf allen Weltmeeren überhaupt unbeantwortet lassen? 

Nein, das tut der Westen ja auch nicht. Ich sage zunächst einmal ein Wort zur Übung. Übungen sind für Streitkräfte, egal ob Westen oder Osten, notwendig, wie sie auch notwendig sind für die Feuerwehr. Man muss üben, sonst klappt es nicht. Wir haben dann aber die Signalwirkung von der wir eingangs gesprochen haben. Die westlichen Übungen senden die Nachricht: Auch wir können was, auch wir können Präsenz zeigen. Auch Verstärkung über den Atlantik ist ein wichtiges Thema. So geht eben auch von unseren Übungen das entsprechende Gegensignal in die andere Richtung aus. 


Heute in den Medien werden westliche Geheimdienste zitiert, die es für möglich halten, dass Russland bis Mitte Februar bis zu 200.000 Soldaten an die Ukraine gruppiert. Dann könnte es zur größten Schlacht in Europa seit des Zweiten Weltkrieges kommen, so heißt es. Aber ob es soweit kommt, weiß natürlich keiner. Wie wichtig ist in so einer Phase, vor einem möglichen Krieg, die militärische Aufrüstung der anderen Seite? Wir haben jetzt gerade über die Manöver gesprochen. Wie wichtig ist, es hier in diesem Konflikt mit Waffen zu arbeiten? Also die in Deutschland so unbeliebten Waffenlieferungen? 

Das geschieht ja während wir sprechen. Sowohl die Amerikaner, als auch die Briten, rüsten unter öffentlicher Begleitmusik die ukrainischen Streitkräfte aus. Sie verstärken die Ukraine vor allem im Bereich der Panzerabwehrwaffen. Das ist sicherlich als ein Teil dieser Abschreckungsfront zu verstehen, die man Russland entgegenhalten will. Auch um Russland letztlich abzuhalten, mit Waffengewalt Grenzen in Europa zu ändern. Das ist aber nur die eine Schiene, auf der agiert wird, nämlich die der Abschreckung. Daneben gibt es natürlich auch noch die Schiene der Gespräche. Sie haben eingangs auch erwähnt, dass heute wieder Konsultationen der EU-Außenminister stattfinden, an denen per Video auch der amerikanische Außenminister Blinken zugeschaltet ist und all das dient dazu, die Gesprächskanäle in Gang zu halten mit Russland und auch unter den Alliierten. 


Einschätzungen waren das von Ekkehard Brose, er ist Präsident der BAKS in Berlin, besten Dank! 

Der ganze Beitrag ist hier online abrufbar. Ab 1:10 findet das Interview darin mit BAKS Präsident Brose statt.