"Europäische Eigeninitiative und transatlantische Allianz"

Freitag, 18. Mai 2018

Portrait picture of Brigadier General (retired) Armin Staigis, Vice President of the German Federal Academy for Security Policy

Foto: Armin Staigis, Brigadegeneral a.D. und Vorsitzender des Freundeskreises der BAKS.

Der Vorsitzende des Freundeskreises
der BAKS e.V. und ehemalige Vizepräsident
der Bundesakademie Brigadegeneral a.D.
Armin Staigis hat die 2017 verstorbene Wissenschaftlerin und Publizistin
Dr. Sylke Tempel im Rahmen ihrer posthumen Auszeichnung mit dem Karl-Carstens-Preis als herausragende Persönlichkeit der außen- und sicherheitspolitischen Debatte gewürdigt. Scharfsinnig, eloquent und dabei stets zugewandt und herzlich habe Tempel „immer eine klare Position bezogen und uns damit Orientierung gegeben“. Tempels Eintreten für eine freiheitliche, offene Gesellschaft, ebenso wie für eine deutsche Verantwortung innerhalb Europas und der Welt blieben besonders im Gedächtnis, so Staigis.

Eingedenk Sylke Tempels Verdienste schloss sich an die Auszeichnung eine durch den Freundeskreis und die BAKS gemeinsam ausgerichtete Diskussionsveranstaltung zur
"Zukunft Europas in einer neuen Welt(un)ordnung" an. Im Zentrum stand die Auseinandersetzung zwischen den liberalen westlichen Ordnungsvorstellungen und den im Vormarsch befindlichen autoritären Systemansätzen, die von Russland und China, aber auch bisweilen innerhalb westlicher Gesellschaften selbst befördert werden. "Hier hat sich die Europäische Union klar und prinzipienfest zu Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu positionieren, um ihre Werte und Interessen zu verteidigen", sagte der Vorsitzende des Freundeskreises der BAKS. Über Wege und Vorgehensweisen könne man sicher streiten und Kompromisse finden. Wichtig sei es dabei, die USA an Europas Seite zu wissen, und das nicht nur sicherheitspolitisch. Auch hierzu verwies Staigs auf ein Plädoyer Sylke Tempels: „Mehr europäische Selbstverantwortung und Eigeninitiative sind unerlässlich. Aber es wäre ein historischer Irrtum „mehr Europa“ gegen die transatlantische Allianz auszuspielen.“

Der vom Freundeskreis der BAKS gestiftete Karl-Carstens-Preis wird durch die Bundesakademie für Sicherheitspolitik seit 1997 in zweijährigem Rhythmus vergeben. 2017 war er Sylke Tempel bereits zuerkannt worden, als Tempel im Oktober 2017 in Berlin tragisch durch einen umstürzenden Baum ums Leben kam. Der nach dem 1979 bis 1984 amtierenden Bundespräsident Karl Carstens benannte Preis zeichnet Menschen aus, die sich im deutschsprachigen Raum um die öffentliche Vermittlung sicherheitspolitischer Zusammenhänge und des umfassenden Sicherheitsbegriffs besonders verdient gemacht haben. Über die Vergabe entscheidet der Vorstand des Freundeskreises der BAKS.

Autoren: Redaktion